A 6 2026 Mt 5,17-29, 33-37
Setzt Jesus noch eins drauf?
Das ist meistens mein erster Gedanke,
wenn ich dieses Evangelium höre oder lese.
„Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist“ –
„Ich aber sage euch“.
Reichte das nicht, was Mose als Bundesurkunde empfangen hat?
Soll bei denen, die diese Worte hören, der Eindruck entstehen:
Es ist zu wenig, was du tust? Es muss mehr sein?

Ich bleibe hängen dabei, dass Jesus sagt,
er will nicht aufheben sondern erfüllen.
Denn darin sind Menschen sich doch einig:
Wo man einander töten kann, ist kein Leben,
wo immer nur die oder der andere sich bewegen muss,
kommt kein Frieden zustande,
wo Männer sich einfach so Frauen nehmen können oder umgekehrt,
wächst keine Liebe,
wo die Wahrheit keine Rolle spielt, gehen Lebensgrundlagen verloren.

Vielleicht will Jesus Menschen
für ihr eigenes Verhalten und Denken sensibilisieren und fragen:
Was tust du, damit Versöhnung zustande kommt?
Ist Dein Reden ehrlich und authentisch, so dass es keines Schwurs bedarf?
Alle Aussagen Jesu haben das aktive Tun der ihm Zuhörenden im Blick,
es geht um Haltungen.

Die erwähnten Schriftgelehrten und Pharisäer
waren ja gerade nicht Menschen,
die es mit den Geboten nicht so genau genommen hätten,
sie nahmen sie ja eher übergenau.
Darum besteht die „größere Gerechtigkeit“, von der Jesus spricht,
nicht in einem „noch mehr an Geboten“ und in weiteren Gesetzen,
im Grunde geht es um die Qualität menschlicher Beziehungen.
Damit es erst gar nicht zum Ärgsten kommt, achte auf das,
was zum Ärgsten führen kann.

Das Evangelium stößt mich aber auch an zu fragen:
Wächst das Gute eher aus einer Vermeidungshaltung des Bösen
oder aus einer Erfüllungshaltung des Guten?
Ist es nicht sinnvoller und gewinnbringender,
mit der Frage unterwegs zu sein,
was ich jemandem Gutes tun kann als mit der Frage,
was ich an Bösem vermeiden kann oder muss?
Je nachdem, worauf ich schaue, fällt mein Verhalten aus.
Das Himmelreich beginnt nicht damit,
dass Menschen bloss das Äußerste vermeiden;
es beginnt damit, das eigene Herz auszurichten.
Das bekannte Wort des hl. Augustinus geht in die Richtung:
“Liebe, und dann tue, was Du willst.
Denn aus dieser Wurzel kann nur Gutes hervorgehen.“

Wo Gutes hervorgeht, wird der Platz für das Böse kleiner und kleiner.

 

 

 

Pin It on Pinterest

Share This