Jahreswechsel 2020
Wir reden vom Jahresabschluss.
Auf der einen Seite herbei gesehnt:
dieses Jahr möchte endlich enden,
aller Schrecken, den es gebracht hat,
die Einschränkungen, die Distanz, die Angst,
die vollen Intensivstationen…
Die Pandemie möge enden, denn mit 2020 verbinden wir sie.

Jahresabschluss will aber dieses Jahr nicht so recht gelingen.
Wir nehmen so viel Ungelöstes, so viel Herausforderndes,
so viel Beängstigendes mit ins neue Jahr.
Es bleibt beim Austausch der Papierkalender,
beim Abschluss der Jahresbücher und -bilanzen,
für manche besser als sonst, für andere viel zu dürr.
Eigentlich ist das in jedem Jahr so.
Dass wir eine Zahl austauschen, verändert nichts Grundsätzliches.

Was verändert Grundsätzliches?
In der Frage der Pandemie schnell zu beantworten:
dass wirksame Medikamente gefunden werden,
dass die Impfe die erhoffte Wirkung zeigt –
oder anders:
dass Menschen permanent an der Verbesserung der Welt arbeiten,
medizinisch, politisch, gesellschaftlich, kirchlich.
Der Kraft des täglichen Neuanfangs trauen,
die Mühe der kleinen Schritte schätzen, da sie weiter bringen.

Mit Weihnachten ist das nicht anders:
Weihnachten wird zum großen Wurf im Alltäglichen.
Jeden Tag „hinübergehen“ nach Betlehem,
den Ort finden, wo Gott im Menschen Seine Augen aufschlägt;
jeden Tag an den Glanz im Stroh glauben.
Herausfordernd.
Besonders, wenn die Tage grau sind, wenn nichts leuchtet,
wenn es Bindfäden regnet…
Dem „Ich bin da“ Gottes in jedem Augenblick Glauben schenken.

Gott fällt in Jesus nicht spektakulär vom Himmel herab,
Er geht den kleinschrittigen Weg einer Schwangerschaft,
den „normalen“ Weg mit den Menschen.
Von der hl. Teresa von Ávila stammt der Satz:
„Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen”.
Wer will behaupten, dass es bevorzugte Orte Gottes gibt;
den wir überall glauben, der ist auch überall zu finden.
Dem „großen Ziel der Verheißung“ gehen wir mit kleinen Schritten entgegen,
und keiner davon ist umsonst.

 

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