25 C 2025 Lk 16,1-13
Ein schwieriges Gleichnis.
Ein Theologe hat einmal gesagt: Ein peinliches Gleichnis,
das von Jesus überliefert ist.
Jede denkbare Deutung löst es nicht ganz auf, es bleibt sperrig.
Vielleicht lässt es sich etwas aufschließen,
wenn wir von dem Satz ausgehen:
Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.
Aber auch dieses Wort ist zweideutig:
Ist hier Reichtum gemeint, der per se ungerecht ist
oder nur unredlich verdienter Reichtum?
In den derzeitigen Debatten spielen ja diese Fragen eine Rolle,
ob es gerecht ist, dass wenige sehr sehr viel besitzen
und viele sehr sehr wenig.
Zumindest in dieser Frage finden wir eine Antwort:
Vermögen ist anvertraut. Es gehört uns nicht.
Auch nicht das redlich – das nach unserem Empfinden in der Regel schwer – verdiente?
Soziale Herkünfte spielen auch heute noch eine Rolle,
so dass nicht alle Menschen die gleichen Bildungschancen haben
und somit auch nicht die gleichen Verdienstmöglichkeiten.
Ist mancher – und möglicherweise nicht nur mancher – Reichtum zufällig?
Also gar nicht so gerecht?
Und in jedem Fall anvertraut?
Da erzählt das Gleichnis davon,
wie das Anvertraute dazu dient, es zu verschleudern;
es zu verprassen, es nicht als geliehen zu sehen,
sondern als Besitz, mit dem ich machen kann, was ich will.
Den Verwalter im Gleichnis scheint nichts anderes zu interessieren.
Dann erleben wir eine andere Handlungsweise,
als der Verwalter beim reichen Mann beschuldigt wird.
Er reduziert das Vermögen seines Herrn weiter –
man kann sich fragen, ob er es zur Entlastung der anderen tut
oder doch auch wieder eigennützig,
um nach seiner Entlassung Aufnahme zu finden.
Gibt es Handeln von uns Menschen, das völlig uneigennützig wäre?
Auch in dieser Frage finden wir eine klare Antwort.
Aber dann bleiben Fragen:
Lobt Jesus nun die Raffinesse des Verwalters?
Oder findet eher der Schuldenerlass Lob
oder die Schuldenreduzierung für die anderen Schuldner?
Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.
Also Freundschaften kaufen? Mit unredlichen Mitteln?
Möglicherweise könnte es heißen, mit dem Geld,
das wir aus den ungerechten Verhältnissen dieser Welt ziehen,
tragfähige Beziehungen zu bauen.
Oder noch deutlicher: In Menschen zu investieren,
an Zukunft zu denken, nachhaltig zu agieren, wie wir heute sagen.
Freundschaftsbande knüpfen.
Jesus erscheint in diesem Gleichnis realistisch genug,
wenn er das mit dem Gedanken verknüpft,
dass dabei auch was rausspringen muss.
Es gibt – glaube ich – kein Gleichnis,
das uns so fragend zurücklässt wie dieses.