A 1. Fa So 2026 Mt 4,1-11
Die Zahl 40 steht für eine Phase des Übergangs.
In der Bibel: 40 Tage Sintflut, 40 Jahre Wüstenwanderung des Volkes Israel.
Eine symbolische Zahl, die einen besonderen Zeitraum markiert.

Wir hören, wie Jesus sich 40 Tage in der Wüste aufhält –
der Evangelist beschreibt es als eine Klärungszeit:
Was ist mir wirklich wichtig und wesentlich –
vermutlich die Kernfrage in der Wüste.
Wovon und wofür lebe ich?
Wonach hungere ich?

Der Versucher in der Wüste spielt zumindest in zwei Versuchungen
auf die Gottessohnschaft Jesu an.
Als erstes suggeriert er eine Vorstellung:
Du als Gottessohn musst doch keinen Hunger haben:
Du bist doch perfekt, du musst nicht leiden, du kannst dir alles nehmen.
Nutz die Macht, die du hast.
Jesus teilt dieses Bild weder von sich noch von Gott.
Er nimmt nicht das Außergewöhnliche für sich in Anspruch –
er teilt den Hunger so vieler Menschen, denen kein Brot zufliegt.
Und verweist auf das Wort.
Ein Brot kann nur einmal gegessen werden, ein Wort vielfach,
unendlich oft nährt es Menschen, die es hören – und stärkt.
Menschen sind nahrungsbedürftig – aber ebenso wortbedürftig.
Nur das Brot nährt, das natürlich wächst und reift.
Erneut reiht sich Jesus ein in die Schar der übrigen Menschen
und sendet die Botschaft: Ich bin wie ihr. Ich habe keine Sonderrolle.

In der zweiten Versuchung
geht es im Grunde um einen Missbrauch des Glaubens.
„Wenn du Gottes Sohn bist, so stürzt dich hinab“,
es gilt doch das Bibelwort: „Engel werden dich auf ihren Händen tragen“…
Nach innen gelegt in das Herz Jesu ist es die Frage:
Setzt Gott seine eigenen Gesetze außer Kraft,
um etwas Spektakuläres zu vollbringen?
Ist Gott beliebig, indem er hier so handelt und da anders?
Ist es ein willkürlicher Gott?
Liebt und schützt er den einen mehr als die andere?
Kann man als Glaubende, als Glaubender sagen:
Gott hält mich – ich muss nichts weiter tun?
Ich bete – also bin ich immun gegen alles?
Ein solches Denken macht Gott zum Diener des Menschen,
der immerzu das zu tun hat, worum Menschen ihn bitten.
Der Versucher nutzt ein Bibelwort zur Versuchung.
Sich einzelne Bibelzitate vorhalten
geschieht auch heute noch mehr im Vertreten eigener Interessen
als es der Intention der Hl. Schrift entspricht.

Die dritte Versuchung lockt mit Reichtum.
Geld suggeriert Unabhängigkeit, Freiheit.
Geld steht in Gefahr, angebetet zu werden.
Und mitunter kommen Menschen zu Geld, in dem sie dem Bösen dienen,
ihre Absichten unredlich sind.
In dieser Versuchung stecken ebenso Fragen:
Dient es dem Leben, wenn aller Reichtum der Welt einem Menschen,
oder wenigen Menschen zufällt?
Macht Geld wirklich das Leben sinnvoll und dient als höchstes Gut?
Schafft es verlockender Reichtum, dass wir Prinzipien über Bord werfen?
Vor wem beuge ich die Knie:
Vor Mächten, Menschen oder Gegenständen, die mich in der Hand haben,
abhängig halten oder vor dem Gott, der in die Freiheit führt?

Solche und ähnliche Fragen stellen sich nicht nur 40 Tage,
stellen sich nicht nur in der Wüste.
Sie werden Jesus ebenso begleitet haben wie sie uns begleiten;
im Leben Jesu finden wir die Antworten, die er in der Wüste gibt, durchbuchstabiert und gelebt.

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