A 24 2026 Mt 18, 21-35
Manchen Schaden können wir beheben.
Aber nur manchen.
Dieses Gleichnis erzählt von einem Schaden,
von einer Schuld, die 10.000 Talente beträgt.
Nur zur Vorstellung:
Ein Denar war der übliche Tageslohn für einen einfachen Arbeiter.
Ein Talent entsprach rund 6.000 Tageslöhnen
oder etwa 20 Arbeitsjahren eines einzelnen Arbeiters.
10.000 Talente bedeuteten demnach 60 Millionen Tageslöhne,
oder über 300.000 Jahre Arbeit eines einzelnen.
Unmöglich, diese Schuld zu begleichen.

Der König im Gleichnis sagt nicht: Zahl mir zurück, was du kannst,
er nimmt keine Teilzahlung, er verzichtet.
Vergeben ist Verzichten.

Wir ahnen, dass Jesus mit dem König Gott meint und aussagt:
Wir Menschen leben nicht davon, dass wir alles richtig machen
und uns nichts zuschulden kommen lassen;
wir leben davon, dass Gott auf unsere Perfektion,
auf unsere Unschuld verzichtet.
Wir erfahren nicht, wie jemand eine so riesige Schuld auf sich laden konnte.
Eher geht es um das Faktum einer Schuld, die so groß ist,
dass sie jenseits jeder menschlichen Rückzahlungsmöglichkeit liegt.
Anders ausgedrückt: vor Gott leben wir nicht von unserem Verdienst, sondern von dem, was er selbst uns gibt.
Leben und Liebe können wir nicht verdienen, sie sind immer Geschenk.
Dafür bekommen wir keine Rechnung.
Nie könnten wir sie begleichen.

Jesus erzählt dieses Gleichnis,
weil Petrus ihn fragt, wie oft er vergeben muss.
Fast klingt es so, als wolle er eine Zahl als Antwort –
jedenfalls die Aussage: Irgendwann ist aber Schluss.
Jesus gibt in seiner Antwort keine Zahl, er gibt eine Haltung.
Siebzigmal siebenmal bedeutet hier nicht 490 mal –
allen Ernstes, wer würde so weit zählen, wie er einem Menschen vergibt,
so weit reicht selbst die kühnste Geduld nicht –
siebzigmal siebenmal bedeutet unbegrenzt. Immer.
Also gar nicht zählen. Und auch nicht rechnen. Schon gar nicht aufrechnen.
Oder berechnend sein.
Vergebung als Haltung bedeutet:
sie ist nicht etwas, was man sich leisten oder nicht leisten kann.
Das ist nicht ihre Kategorie. Sie ist in Fleisch und Blut übergegangen.
Vergebung ist nicht klein beigeben oder verharmlosen.
Wer ver-gibt, gibt von sich.
Immer aus dem Innersten.
Darum verbinden wir mit Jesus die große Vergebung Gottes,
denn er gibt sich selbst in seinem Sohn.
Mehr geht nicht.
Weniger reicht nicht.

Pin It on Pinterest

Share This