A 22 2026 Mt 16,21-27
Petrus hat einen Plan für Jesus.
Und der lautet: Ein Messias leidet nicht. Ein Messias siegt.
Ein Messias räumt die Feinde aus dem Weg
und begründet ein Reich des Friedens und des Erfolgs – und zwar sofort.
Er greift durch und setzt sich durch.

Vielleicht hat Petrus nicht nur Jesus dabei im Blick,
sondern auch sich und die anderen, die mit Jesus unterwegs sind.
Sie wollen nicht mit jemandem unterwegs sein, der eine Niederlage erfährt; an der Seite eines Siegers fällt auch ein anderes Licht auf sie.
Darin könnte man sich sonnen.
An der Seite eines mächtigen Königs wird man selbst mächtig.

Ist uns das so fremd, was Petrus ausdrückt?
Oder anders: Wer will nicht lieber mit einem Gott unterwegs sein,
der durch Erfolge glänzt, wo man sich nicht mehr fragen muss,
ob man auf der richtigen Seite steht,
als mit einem Gott, der sich schwach zeigt und ohnmächtig
und man darum selbst angezweifelt ist und unsicher?

Der Sieg der Auferstehung bedeutet nicht,
dass nun doch – endlich – alle Macht durchscheint,
und Petrus und all die anderen
sind – halt zeitlich versetzt – auf der Siegerseite.
Der Sieg der Auferstehung bedeutet,
dass die Schwäche und die Ohnmacht siegen.
Von einem Weisen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus (Laotse)
wird als Wort überliefert:
„Wasser ist flüssig, weich und nachgiebig.
Aber Wasser zermürbt das Gestein, das starr ist und nicht nachgeben kann. In der Regel wird alles, was flüssig, weich und nachgiebig ist,
alles Starre und Harte überwinden.
WAS WEICH IST, IST STARK.“

Petrus spricht für Menschen, die das Starre, das Harte
und den Unbezwingbaren wollen: Die Macht, die sich nicht beugt.
Jesus lebt und verheißt einen anderen Weg:
Seine Liebe ist wie das Wasser.
Sie sieht weich aus, sie gibt nach, sie lässt sich ans Kreuz schlagen –
und genau darin ist sie unüberwindbar.

Wasser lässt sich scheinbar alles gefallen.
Ähnlich geht Jesus seinen Weg. Er schlägt nicht zurück.
Er lässt sich festnehmen, er lässt sich verspotten.
Für die Mächtigen der Welt wie für die enttäuschten Jünger
und für uns vermutlich nicht weniger
bedeutet das Kreuz Niederlage
und Sieg der Starre, der Härte, der Gewalt.
Das Wasser war scheinbar versiegt.

Auferstehung, die Jesus mit nennt,
aber offensichtlich von Petrus und den anderen nicht gehört wird,
und vielleicht von uns auch nicht,
bedeutet, dass sich im Nachgeben, in der weichen, vergebenden Liebe
eine Kraft zeigt, die unüberwindbar ist.
Wasser bricht nicht, weil es nachgibt.
Es fließt weiter, es findet immer einen Weg, es dringt in die kleinsten Ritzen und sprengt am Ende selbst den härtesten Beton.

Nicht die Schwäche wird zur Stärke, sondern die Schwäche ist Stärke;
die Auferstehung folgt nicht dem Kreuz, das Kreuz ist Auferstehung.

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