A 17 2020 Mt 13,44-46
Ein Schatz – schöne Perlen: so ist das mit dem Himmelreich.
Vielleicht haben wir uns zu sehr an diese Texte gewöhnt,
dass wir das leicht überhören:
das Schöne lockt, das Reizvolle, das, was unser Leben bereichert.
Für hässliche, nicht ansprechende Dinger hätte der Kaufmann im Evangelium
seinen Acker nicht verkauft
Schätze haben nicht unbedingt mit materiellem Reichtum zu tun;
ein Schatz ist, worauf wir gern schauen,
was unserem Auge und unserem Herzen kostbar ist
und unser Leben wertvoll macht.

Jesus denkt und verkündet das Himmelreich in engem Zusammenhang
mit schönen Perlen, mit einem Schatz.
Wer Menschen für das Himmelreich gewinnen möchte,
kommt daran nicht vorbei.
Die Psalmen rufen zu einem schönen Gott,
sie sprechen von Seiner Herrlichkeit.
„Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel.“
Diese Schönheit hat nichts mit Gewichtstabellen,
Botox-Spritzen oder Silikon zu tun.
Wenn wir sagen: Gott ist schön,
dann, weil Er aus sich heraus leuchtet,
gewinnend erscheint, reizvoll und überzeugend.

Mit dem Schönen fängt alles an.
Einer der beiden Schöpfungsberichte
quittiert sozusagen jeden Schöpfungstag
ausdrücklich mit der Feststellung des Schönen: schön, was geworden ist;
oder, wie es direkt heißt: Gott sah, dass es gut war.

Die Geschmäcker der Menschen sind verschieden:
die eine mag dies, der andere das;
die eine findet dies schön, der andere das.
Beim Himmelreich, das wie ein Schatz ist, wie schöne Perlen
geht es tiefer:
auf Anhieb erkenne ich, hier ist etwas, das macht mich reich,
danach habe ich lange gesucht, das erfüllt mein Leben,
dafür lasse ich anderes links liegen.
Denn ich bin unmittelbar getroffen.

Wenn wir als Kirchen, die evangelische wie die katholische, in diesen Zeiten
mehr und mehr Menschen verlieren, hat das glaube ich genau damit zu tun:
uns gelingt es nicht, die Schönheit Gottes in den Mittelpunkt zu stellen,
Menschen spüren nicht in unseren Reden,
Gottesdiensten und Veranstaltungen, dass es sie unmittelbar betrifft.
Sie spüren nicht, was sie von Kirche, von der Glaubensgemeinschaft haben.
Und vielleicht spüren wir selbst es auch nicht.
Dabei haben wir das Unmittelbare, das Schöne, das Elementare
irgendwie bewahrt, ausdrücklich in manchen Sakramenten:
das sprudelnde Wasser in der Taufe,
das nährende Brot in der Eucharistie,
das Aufatmen, wenn Versöhnung möglich wird,
die Liebe zwischen zwei Menschen, die miteinander durchs Leben gehen.
Wahrhaftig, der Schatz liegt im Acker vergraben,
zugeschüttet und verstellt mit Anordnungen, Verlautbarungen,
Bedingungen und Zeitgeschichte.

Wir locken einander nicht mit dem Qualvollen und Trüben,
mit dem Schwerfälligen und Komplizierten,
mit dem Verklausulierten und Kleingedruckten,
sondern mit dem Leichten und Erleichternden,
mit dem Ansprechenden und Eingehenden,
mit dem, worauf das Auge ruht und was ins Herz geht.

Davon ist die Bibel durchzogen: von einem werbenden, einladenden,
um den Menschen ringendem, ihm nachlaufenden Gott,
der ihn einlädt, Seine Schönheit zu entdecken,
Ihn wahrzunehmen als den, der etwas zu sagen und zu geben hat,
Ihn zu entdecken als Schatz und kostbare Perle.
Mit dem Schönen beginnt’s.

 

Und lesenswert:

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/wie-maria-von-magdala-mich-nach-der-instruktion-aus-rom-troestete?fbclid=IwAR3JnCQCcowahOhAaW8LT2EouxvJ5HyGmboFejVPS18FQyPV5YBkW9jC9Hc

und, wer will, ein Gespräch:

https://www.youtube.com/watch?v=3EBMNlwY_hw&app=desktop

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