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Wegwort

Ich wünsche Dir
für jeden Weg
ein Wort, das Dich begleitet,
das Dich stärkt,
das Dir Leben
verständlicher macht

Worte sind
Bilder
Musik
Weggefährten
Ausdrücke
Eindrücke

 

Es gibt Entwicklung. Es geht weiter.
Es ist noch nicht alles gesagt,
gesehen, gedacht, gehört, gesungen,
geschaffen, geformt, geschöpft.
Es gibt noch Potential, Potenz, Kraft, Schaffenskraft.
Neues entsteht,
noch nie Dagewesenes,
auf einmal sichtbar Werdendes.
Formen bilden sich, entstehen aus anderen,
Wege tun sich auf, wo bislang keine waren.
Jede Zeit hat ihre eigene Signatur,
ihre eigene Sprache, ihre eigenen Themen.
Die Stilmittel ändern sich,
die Wohnzimmer, die Essgewohnheiten,
das Leben.
Niemand weiß heute,
was morgen entdeckt und gelebt wird.
Was kommt, wertet das Alte nicht ab,
aber es begrenzt es.
Eigentlich ist alles irgendwie schon da,
es fällt ja nichts vom Himmel.
Das, was ist, muss gehoben werden,
gesehen, entwickelt.
Im unbehauenen Stein
sieht der Künstler die Figur,
er beginnt zu arbeiten –
und manchmal gibt der Stein
auf dem Weg des Arbeitens sogar etwas her,
was der Künstler vorher nicht gesehen hat.
Der Schriftsteller füllt die Buchseiten mit dem, was in ihm ist;
und während er eine gedachte Figur
formt und fügt,
kann es sein, dass die Figur
in gewisser Weise selbstständig wird
und den Autor an die Hand nimmt.
Leben ist sichtbar werden, sichtbar machen – schöpfen.

(aus: Bernd Mönkebüscher:
Das Kreuz ist ver-rückt
Osterbotschaften
echter Verlag 2016)

Ein Mangel an Worten
herrscht in unserer Zeit wahrhaftig nicht:
wir erleben Wörter am laufenden Band,
wie aus Wortfabriken.
Internet und Handy
machen Unmögliches möglich,
informieren mit mehr oder weniger
großen Banalitäten rund um die Uhr.
Anders ist es schon mit dem Schweigen –
es scheint Mangelware geworden zu sein,
es ist so leicht nicht zu haben.
Dabei ist es mit dem Schweigen wie mit der Zeit:
beide sind einfach da,
wollen und dürfen genommen, geschöpft werden.
Wo eine Rede nicht aus dem Schweigen kommt,
sagt sie nichts aus.
Seltsam widersprüchlich klingt es,
aber wer nur redet, verschweigt das Wichtigste;
wer nur spricht, sagt nichts aus!
Es gibt einen Reichtum an Wörtern,
aber eine Armut an Inhalt.
Und fast könnte man meinen,
je mehr veröffentlicht und publiziert wird,
um so weniger
wird wirklich verstanden und begriffen.
Vom Licht wissen wir, dass zu viel davon
nicht ein mehr an wohl tuender Helligkeit bringt,
sondern das Gegenteil, ein weniger:
es wird einem schwarz vor den Augen.
Was vom Licht gilt, gilt auch von den Worten. 

Louis glaubt nicht so richtig,
wobei er auch nicht weiß,
was richtig glauben heißt.
Als Kind hat man ihm gesagt, dass da ein Gott ist,
der alles sieht, zu dem man immer kommen kann.
Er hat sich dann gefragt, wie das gehen soll,
alles sehen in seinem Zimmer,
beim Nachbarn und in Amerika,
und wie man die vielen Leute alle kennen kann,
alle Menschen, die leben
und dann auch noch die, die schon tot sind
oder noch geboren werden.
Er hat seine Lehrerin gefragt, seinen Pastor,
aber so eine richtige Antwort
hat er nicht bekommen.
In der Kirche haben immer alle so getan,
als wüssten sie alles.
Seine großen Fragen sind jedoch geblieben,
zum Beispiel,
warum man geboren wird, sterben muss
und dann wieder leben soll.
Er hätte das anders gemacht,
er hätte das geboren werden
und sterben ausgelassen.
Wenn man sich eh wiedersehen soll im Himmel,
warum dann nicht gleich dorthin,
wozu dieser Umweg…
Louis merkt,
dass sein Warten eigentlich Suchen ist.
Denn worauf er sonst wartet, das kennt er ja:
das bestellte Auto hat er sich ausgesucht,
und er weiß, wie der Frühling riecht.
Aber sein Leben hat er sich nicht ausgesucht
und so vieles darin auch nicht.
Und die Welt nicht, in der er lebt.
Darum sucht er eigentlich nach dem großen Sinn,
nach einer Begründung,
die nicht gleich ein neues Fass voller Fragen aufmacht.
Louis sucht.
Nicht immer gleich stark,
manchmal vergisst er auch, dass er sucht;
aber irgendwie kommt ihm,
wenn er in Ruhe darüber nachdenkt,
sein ganzes Leben wie eine Suche vor.
Und er fragt sich, was sein Leben wäre,
wenn darin nicht die Suche wäre.

(aus: Bernd Mönkebüscher:
Man kann nicht an Gott glauben,
ohne menschlich zu sein
Weihnachten zum Beispiel
echter Verlag 2017)

Bernd Mönkebüscher

Bernd Mönkebüscher

Pfarrer an St. Agnes in Hamm, Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten

 

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